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Hessen stellt den Einrichtungen Tablets zur Verfügung.

Bericht in wiesbadenaktuell.de

Digitale Kontaktpflege

Land Hessen stellt Tablets für Einrichtungen bereit – Stadt Wiesbaden hilft bei der Verteilung
Von Wiesbadenaktuell
Viele Betroffene leiden unter den Besuchsbeschränkungen und -verboten für stationäre Pflegeeinrichtungen, die sie vor der Pandemie schützen sollen. Das Land Hessen stellt nun 10.000 Tablets zur Verfügung, die die Kontaktpflege zu Freunden und Verwandten digital unterstützen sollen. Gemäß einem Verteilerschlüssel kamen 363 der Geräte nach Wiesbaden und werden nun von städtischen Mitarbeitern in den Einrichtungen verteilt.
24.07.2020 20:05

Das Land Hessen hat 10.000 Tablets für stationäre Pflege-, Alten- und Behinderteneinrichtungen bereitgestellt. 363 davon sind in Wiesbaden angekommen und werden nun vom Amt für Soziale Arbeit verteilt.

Pandemie wirkt sich auf Kontakte aus
Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen betreffen alle Teile der Bevölkerung und haben sich stark auf den Kontakt zu anderen Menschen ausgewirkt. Ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen sind besonders gefährdet und müssen deshalb auch besonders geschützt werden.

Besuchsbeschränkungen und -verbote belastend
So wurden bereits im März Besuchsbeschränkungen und -verbote für stationäre Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe ausgesprochen. Diese Situation war und ist für viele Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und auch Pflegekräfte belastend, denn trotz der mittlerweile erfolgten Lockerungen sind Besuche weiterhin nur eingeschränkt und mit verschiedenen Auflagen möglich.

Land Hessen stellt 10.000 Tablets bereit
Um den Kontakt zu Angehörigen und Freunden zu erleichtern und die Zeit zum persönlichen Wiedersehen zu verkürzen, hat das Land Hessen insgesamt 10.000 Tablets für stationäre Pflege-, Alten- und Behinderteneinrichtungen bereitgestellt. 363 davon sind nun in Wiesbaden angekommen und werden anhand eines Verteilerschlüssels an die Träger der Einrichtungen verteilt. In der Landeshauptstadt hat diese Aufgabe das Amt für Soziale Arbeit übernommen.

Stadt hilft, Tablets zu verteilen
„Durch unsere Abteilungen für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung und die gute Kooperation in Wiesbaden kennen wir natürlich die Akteure und können gut dabei mithelfen, dass die Tablets auch in den Einrichtungen und damit bei den Menschen ankommen", berichtet Amtsleiterin Daniela Leß. Sie und Sozialdezernent Christoph Manjura brachten die ersten Tablets persönlich zum Haus Erbenheim der Nassauischen Blindenfürsorge. Unter dem Motto „Wir sind eine Familie" leben hier vierzig Bewohnerinnen und Bewohner in vier Wohnbereichen in familiärer Atmosphäre zusammen.

Heimleiter freut sich über Aktion
Die Gefahr der Vereinsamung bei Kontaktbeschränkungen ist dem Heimeiter Udo Spieker bewusst und nicht nur auf die Corona-Pandemie begrenzt. „Schließlich sind erhöhte Hygiene- und auch Quarantänemaßnahmen wegen Infektionen durch MRSA oder andere Krankenhauskeime seit Jahren Bestandteil unserer Arbeit", erklärt er. Umso mehr freut er sich über die Aktion des Landes und ist zuversichtlich, dass die Tablets gut angenommen werden. „Mit der liebevollen Unterstützung unserer Betreuungskräfte und natürlich auch der Pflegekräfte wird die Scheu vor der neuen Technik schnell abgelegt", ist sich der Heimleiter sicher.

Technik-Hilfe-Hotline und Video erklären Nutzung
Die Nutzung der Tablets wird durch das Land per Technik-Hilfe-Hotline und ein vorinstalliertes Einführungsvideo unterstützt. Dann können die Geräte für Video-Telefonie genutzt werden. Aber auch Gedächtnistraining-Apps oder Spiele für mehrere Mitspielende sind möglich.

Dezernent lobt digitale Unterstützung
„Ein guter Schritt in die richtige Richtung", findet Manjura „Die letzten Wochen und Monate waren für alle Beteiligten nicht leicht. In den Wiesbadener Pflege- und Wohnheimen wurde und wird richtig tolle Arbeit geleistet, um Kontakte zu ermöglichen oder für Ablenkung zu sorgen. Wenn diese Bemühungen nun noch digital unterstützt werden können, hilft das allen. Daher danken wir dem Land Hessen und der Digitalministerin Kristina Sinemus für diese Initiative."